Vita

Birgitta Maria Philomena
Kasper-Heuermann

geboren in Hamburg, wohnhaft in Aurich (Ostfriesland)

Künstlerin, Germanistin, Theologin, promoviert in Moderner Niederländischer Literatur, Übersetzerin,

ehemalige Leiterin des Regionalen Pädagogischen Zentrums der Ostfriesischen Landschaft (Aurich)

Kunst als innerer Kompass

Kunst kann provozieren, aufklären, irritieren, betroffen machen, kann schmücken, erheitern, Halt geben … und einen bis ins Mark treffen, glücklich machen und zu Tränen rühren. Das habe ich erlebt.

Ich habe immer schon gerne gemalt und gezeichnet, aber irgendwann wurde mir klar: Kunst-Schaffen ist nicht bloß ein Hobby, ein netter Zeitvertreib für mich, sondern es gehört elementar zu meinem Leben, zu meiner Person. Was treibt mich um, was bedrückt mich, was trägt mich, was tröstet mich, was baut mich auf? Ich lerne hier etwas über mich, was mir kein Buch, keine Therapie, kein Nachdenken vermitteln könnte. Ich wäre nicht mehr ich, wenn ich diesen Teil von mir aufgäbe.

Ich erlebe Kunst-Schaffen als eine große, innere Freiheit, etwa wieder einmal Kind sein zu können, spielen und experimentieren zu dürfen, nonverbal nachzudenken, zu verstehen, noch bevor man etwas in Worte fassen kann, und auf diese Art und Weise meinen eigenen Weg zu finden. Einen persönlichen Stil kann man sich nicht vornehmen. Der schält sich langsam heraus, wenn man konsequent dem inneren Kompass folgt, nicht darauf abzielt, was sich gut verkauft, was Trend ist, was andere dazu sagen werden.

Meine Bilder sind allesamt Unikate, schwer zu kopieren. Ich könnte kein einziges Gemälde noch einmal malen, dafür sind auf jedem Bild viele, viele Versionen übereinander gelegt. Jedes meiner Bilder hat eine eigene unwiederholbare Entstehungsgeschichte.

Ich trete in meinem Atelier eine Art „Wanderung“ an, wenn ich male, und weiß nicht, wohin sie mich führen wird. Das genau ist das Spannende. Alles andere wäre wiederholbar und daher langweilig für mich.

Kunst hat für mich letztlich mit der Frage zu tun: was macht Mensch-Sein aus, gerade in Zeiten „künstlicher sog. Intelligenz“.

Mensch-Sein ist für mich ein Prozess: heißt Individuum und individuell zu werden, unverwechselbar.

Wie lange arbeiten Sie schon als Künstlerin?

Mehr als 30 Jahre, zunächst nebenberuflich.

Einzelausstellungen
2001  Bremen (Lehrhaus),
2002  Lingen (Ludwig Windthorst Haus)
2011 Aurich (Arbeitsstelle für Religionspädagogik in Ostfriesland)
2021  Aurich (Arbeitsstelle für Religionspädagogik in Ostfriesland)
2021  Aurich (Buchhandlung am Wall)
2022 Lingen (Ludwig Windthorst Haus)
2023  Aurich (Buchhandlung am Wall)

Gruppenausstellungen
2001 Verona/ Italien
2021  ParkART (Clemenswerth/ Sögel)
2024 Greetsiel (Greetsieler Woche)
2024-2025 Produzentengalerie „eine_art“ (Oldenburg)
2025 designmarkt Festland in Hamburg


Bis 2008 war ich Mitglied bei der Künstlerinnenvereinigung GEDOK/ Bremen, danach habe ich mich der Leitungsaufgabe bei dem Höheren Kommunalverband Ostfriesische Landschaft (Bereich Pädagogik) gewidmet.

Seit 2021 konzentriere ich mich ganz auf Kunst.
Seit 2024 bin ich Mitglied in der Produzentengalerie „eine_art“ in Oldenburg


Wann begann Ihre Liebe zur Kunst?


Die Kunst begleitet mich eigentlich schon das ganze Leben hindurch.
Als Kind habe ich bereits alle möglichen Unterlagen bemalt, alles Papier, das mir in die Finger kam. Ein Schuhkarton mit angespitzten Buntstiften war als Fünfjährige mein Ein und Alles.

Später war ich beruflich auf verschiedenen Feldern kreativ, zum Beispiel als Übersetzerin aus dem Niederländischen/ Lyrik (Huub Oosterhuis) oder in der Organisation pädagogischer Fachtagungen, der Herausgabe von Büchern und der Entwicklung regionalen Unterrichtsmaterials.

Die bildende Kunst war mir ein ständiger Begleiter. Für mich korrespondieren Kunst und Poesie, Kunst und Musik, Kunst und Design…

Wer waren Ihre künstlerischen LehrmeisterInnen?


O, das waren viele, alles wunderbare, inspirierende Menschen.

Einige habe ich auf internationalen Sommerakademien kennengelernt.

… beispielsweise der Maler Ralf-Rainer Odenwald, der mir 1998 bei der Internationalen Akademie für Kunst und Gestaltung PENTIMENT in Hamburg einen ersten Zugang zur abstrakten Malerei vermittelte.


Oder der beeindruckend vielseitige Künstler und Kunst-Professor Àlex Nogué aus Spanien. Er zeigte 2001 bei PENTIMENT den Cross over solcher Felder wie Kunst und Poesie, Kunst und Architektur auf („Kunst und Raum“).

Aus Estland stammte der Künstler und künstlerische Leiter des Kunstmuseums in Tartu, Athie Seppet. Er beriet mich in der Norder Sommerakademie in 2000, 2002 und 2003 bei der Schaffung kleiner Skulpturen aus Fundstücken von der Küste und schulte mich im Minimalismus.

2005 hat mich die spanische Künstlerin Yolanda Tabanera in der Kombination von „Malerei, Zeichnung und Objekt“ bei PENTIMENT unterrichtet.
Die erfolgreichen Illustratorinnen Larissa Bertonasco und Jutta Bauer waren dort 2018 und 2021 meine Dozentinnen in Zeichnung und Collage.


Ich habe auch Studienreisen ins Veneto (Italien) und in die USA (New Jersey) unternommen, wo ich Kontakt zu Künstlern und gute Freunde habe.

Wie arbeiten Sie?


Meistens bin ich am Vormittag in meinem Atelier, die Arbeiten liegen auf dem Boden, da kann ich mich am besten austoben.


Ich starte nicht mit einem festen Plan in meinem Kopf. Ich treffe ein paar Grundentscheidungen und dann beginnt die Reise. Der Zufall gehört zu meinem Konzept und ermöglicht innovative, sehr expressive Lösungen.
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Übrigens schließe ich mich gern in einen Klangraum mit nordischem Jazz ein.

Welche Künstler inspirieren Sie?

Schwer zu sagen, das sind viele. Mein Klangbord ist der abstrakte Expressionismus in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg. Dazu gehören der großartige Marc Rothko, den ich in den USA im Original sehen konnte, Barnett Newman, Clyfford Still, Joan Mitchell und William de Kooning,
und natürlich Emil Schumacher.

Und ich mag in der Malerei die Gruppe COBRA.
Bei dem Thema Collagen denke ich an die fantastischen Arbeiten von Henri Matisse, aber auch an Asger Jorn.
Zeichnung: Ich bewundere den typischen Stil von Felix Scheinberger.

Gern folge ich den amerikanischen Künstlern Terri Froehlich und Marc Eanes. 2023 habe bei diesem Künstler und ehemaligen Hochschullehrer für Kunst einen Kurs belegt. Seitdem stehe ich im ständigen Austausch mit ihm und bin Teil seiner Community.

Übrigens:
Die schönen Fotos machte BABETT EHRT, „LICHTBILDWERKSTATT“ (Aurich) bei einem Atelierbesuch bei mir.

www.lichtbildwerkstatt.de